Die Projekte

Mit dem ARCAD CAAD Programm und mit dem Ausschreibungsprogramm LXAVA wurden Projekte in den verschiedensten Bereichen erstellt und realisiert: Krankenhausbau, Wohn- & Geschäftshäuser, Schulbau, Gesellschaftsbau, Ein- & Mehrfamilienhäuser.
Zwar werden alle Phasen der HOAI vom Entwurf bis Bauüberwachung vom Planungsbüro abgedeckt, jedoch erfolgte auch je nach Projekt eine Betreuung bestimmter Leistungen.
Krankenhaus
Projekte:
'St.-Vincenz-Krankenhaus', Bauvolumen 50 Mio DM, Leistung HOAI Phase 6-9 komplett, alle Ausschreibungen wurden mit ARCAD und LXAVA erstellt.
'Regelschule Arenshausen', Bauvolumen 2,6 Mio DM, Planung und Ausschreibung komplett mit ARCAD CAAD und ARCAD Architec.
Die damalige Hardware 1998
Für die anfallenden Arbeiten wurden 3 INTEL-Pentium II-Rechner mit 350Mhz, 2 INTEL-Pentium-Rechner mit 166Mhz, sowie 1 AMD K5-Rechner mit 100 Mhz als 'Schreibmaschine' eingesetzt.
Alle Rechner waren über ein einfaches Ethernet miteinander verbunden.
Für die Druckausgabe standen ein Nadeldrucker, ein Tintenstrahl-Drucker und ein großer Stift-Plotter zur Verfügung.
Den Kontakt zur Außenwelt nahm ein Rechner über seine ISDN-Karte auf
Geschrieben 2001
Die Software
Alle Rechner bis auf den Druckerserver haben Windows 95 als Betriebssystem.
Der Druckerserver arbeitet mit Windows for Workgroups 3.11, weil einige uralte DOS-Anwendungen, die partout nur im DOS-Modus laufen wollen, in einem reinen Windowsnetz den Druckmanager nicht nutzen wollen.
Auch die alte ARCAD 32-Bit-CAAD gehört zu diesen Programmen.
Mit ein wenig Handgestricktem ließ sich dieses Problem mit Hilfe von WfW lösen.
Im DOS-Modus steht zwar kein komplettes Netz zur Verfügung, aber der Druckerserver wird immerhin erkannt.
Die Anwenderprogramme sind Office-Lösungen unter DOS und Windows zum Schreiben und Rechnen, eine Datenbank, diverse Bau-Fach-Programme, die häufig nur unter Windows laufen und als wichtigste Software die ARCAD 32-Bit-CAAD inclusive Ausschreibungsprogramm LXAVA.
Beides kommt aus dem ARCAD-Stammhaus in Haltern und ist bei uns seit 1993 zuverlässig im Einsatz.
Das Problem
mit allen Windowsnetzen ist die Instabilität.
Die Rechner stürzen oft unvermittelt ab, oder hängen sich auf.
Im DOS-Modus mußten wir oft feststellen, daß Dateien nicht geschlossen werden.
Da Windows im DOS-Modus nicht automatisch erkennt, daß Dateien noch geöffnet sind, wird nach einem Reboot nicht immer Scandisk ausgeführt, so daß munter in die noch geöffneten Dateien geschrieben wird.
Gerade beim Zeichnen in der CAAD hatte das fatale Folgen, weil Zeichnungen nicht mehr wiederzuverwenden waren.
Angesichts der heutigen Lohn- und Lohnnebenkosten bedeutet ein Datenverlust unter Umständen mehrere Tage vergeblicher Arbeit und ist damit von der Kostenseite her unerträglich, wenn er auf Unzulänglichkeiten und Instabilitäten des Betriebssystems zurückzuführen ist.
Dasselbe trifft auf den instabilen Druckerserver zu, der sich dann aufhängt, wenn er gleichzeitig Aufträge an die Printer und an den Plotter schicken soll.
Ein Stift-Plotter benötigt halt seine Zeit, wenn er eine A1-Zeichnung ausgeben soll.
Nichts ist ärgerlicher, wenn man nach 2 Stunden feststellen muß, daß sich in der Zwischenzeit der Druckerserver aufgehangen hat und der Plot wiederholt werden muß.
Erfahrungsgemäß tritt dieses Phänomen dann auf, wenn ein Kunde dringend diese Zeichnung benötigt.
Echtes Team-Working kommt in der DOS ARCAD 32-Bit-CAAD nicht zustande, weil der Rechner, der gerade im DOS-Modus arbeitet für das Netz nicht zur Verfügung steht.
Datenaustausch ist nur über Diskette möglich, oder man muß warten, bis der Kollege mit dem Zeichnen oder Ausschreiben fertig ist.
Die vorhandene Software sollte nach einer Neuvernetzung weiterhin nutzbar sein; immerhin stellt sie einen immensen Investitionsfaktor dar.
Dasselbe galt auch für die Hardware.
Geschrieben 2001
Die Lösung
kam mit S.u.S.e. Linux 5.2 im April 98 in Begleitung einer CD ARCAD CAMPUS zum Anschnuppern aus Haltern in einem kleinen Päckchen bei uns an.
Der Autor dieser Zeilen kannte Linux nur vom Hörensagen und stellte sich für einen Selbstversuch auf dem heimischen Rechner zur Verfügung.
Die Installation verlief dank des wirklich hervorragenden Handbuchs und YAST ohne Schwierigkeiten.
Als guter Kenner der DOS- und Windows-Scene gebe ich zu, anfänglich von den vielen neuen Programmnamen, die sich auf den gut sortierten S.u.S.e.-CD´s befinden, irritiert gewesen zu sein.
Jedoch begriff ich schnell, daß hier ein echtes Betriebssystem den Weg auf meine Festplatte gefunden hatte.
Nachdem alles gut lief, wurde der Chef nach Hause eingeladen und die Linux-Version der ARCAD CAAD begutachtet.
Der Entschluß Linux als Betriebssystem im Büroalltag und die ARCAD CAAD in der Linux-Version als Ersatz der ARCAD 32-Bit-CAAD einzusetzen, war dann schnell gefaßt.
Die Vorteile von Linux entsprachen dem, was wir uns unter einem modernen Betriebssystem vorstellten und die neue ARCAD CAAD stellte gegenüber der bislang eingesetzten DOS-Version einen echten Quantensprung dar.
Nicht nur die deutlich gesteigerte Performance des Programms unter Linux beeindruckte.
Im ARCAD-Stammhaus in Haltern ist es gelungen, eine CAAD auf die Beine zustellen, die im konstruktiven Bereich keine Wünsche offen läßt und im Handling durch die interaktive Befehlswiederholung unschlagbar ist.
Die neue Architektur

unseres Netzes sieht so aus, daß alle Rechner geteilte Festplatten mit 8 GB Kapazität erhielten.
Eine Partition für Windows und eine für S.u.S.e. Linux 5.3. Linux wird entweder beim Booten direkt über LILO oder aus Windows heraus über LOADLIN gestartet.
Als Standardprotokoll unter Windows wurde TCP/IP eingestellt.
Für den Druckerserver, der unter WfW läuft, habe ich die Zusatzsoftware für die Unterstützung von TCP/IP aus dem Internet von 'ftp://ftp.microsoft.com/bussys/Clients' heruntergeladen.
Die Linux Rechner kommunizieren via SAMBA mit den Rechnern, die gerade unter Windows laufen.
Hier stellen sie Windows ihre gemountete DOS-Partition und das ARCAD-Verzeichnis als Share zur Verfügung.
Die Einstellung hierfür wird in der Datei /etc/smb.config vorgenommen.
Über SAMBA wird auch der Druckerserver angesprochen.
Die Konfiguration ist denkbar einfach über Yast 'Netzwerk konfigurieren - Drucker über SAMBA ansteuern' vorzunehmen.
Die Rechner, die gerade unter Linux laufen, kommunizieren untereinander via NFS.
Der Umbau des reinen Windows-Netzes zu einem heterogenen Netz mit Linux mußte bei laufendem Geschäftsbetrieb erfolgen.
Bis auf die Tatsache, daß Windows einige Male Plug & Play (wer jemals Plug & Play am eigenen Rechner erfahren hat, weiß wovon ich spreche) machte oder sich aus irgendwelchen anderen Gründen aufhing, war die ganze Angelegenheit unproblematisch.
Zu Linux bleibt zu sagen, daß es gar keine Probleme bereitete.
Nach ca. 1,5 Stunden hing ein Linux-Rechner fertig konfiguriert mit im Netz.
In diesen anderthalb Stunden wurde die Festplattenpartition eingerichtet, S.u.S.e. Linux 5.3 aufgezogen, der Kernel kompiliert, die Konfigurationsdateien angepaßt und die ARCAD CAAD installiert.
Als Desktop unter Linux nutzen wir KDE.
Der Erfolg
ist eine deutlich gesteigerte Effektivität bei der Bearbeitung unserer Projekte im Teamwork, weil die Rechner, egal unter welchem Betriebssystem sie gerade laufen, ständig im Netz hängen.
Der Datenaustausch übers Netz macht die früher benötigten Disketten überflüssig.
Da unter Linux die gemounteten Festplattenpartitionen zur Verfügung stehen, kann ein anderer Kollege, der eine Windows-Software von dem Kollegen benötigt, der gerade unter Llinux in der ARCAD CAAD zeichnet, dieses Programm auf dessen Festplatte starten.
Im übrigen können wir die meisten unserer Windows-Programme mit WINE unter Linux nutzen.
Für die DOS-Programme steht DOSEMU zur Verfügung.
Für uns ist es ein unschätzbarer Vorteil, daß Linux echt multitaskingfähig ist.
Auf Desktop 1 läuft die CAAD, während auf Desktop 2 das Ausschreibungsprogramm LXAVA läuft.
Auf Desktop 3 läuft APPLIXWARE, während auf Desktop 4 gerade ein Bild mit POVRAY gerendert wird.
Wird aus einer anderen Zeichnung eine Information benötigt, so muß die Zeichnung auf Desktop 1 nicht geschlossen werden, sondern auf Desktop 5 wird einfach die ARCAD CAAD noch einmal gestartet, und die benötigte Zeichnung geöffnet.
Zwischen den einzelnen Desktops kann bequem hin und her geschaltet werden.
In der Zwischenzeit kommt über die ISDN-Leitung ein Fax herein und wird sofort weitergereicht.
Der Vorteil von Linux ist, daß alle Prozesse gleichzeitig laufen und sich nicht eine Applikation alle Reserven schnappt und den Rest lahmlegt.
Unter Windows ist das undenkbar gewesen.
Die Linux-Rechner sind noch nicht ein einziges mal abgestürzt. Datenverluste gehören der Vergangenheit an.
Man mag darüber streiten, ob Windows und speziell Software von Microsoft im Büroalltag angesichts der vielen Bugs überhaupt einzusetzen ist, wenn man bedenkt, daß die S.u.S.e.-Linux-Distribution ein deutlich stabileres Betriebssystem mit einem kompletten Softwaresatz anbietet, der keine Wünsche offen läßt.
Angesichts der Tatsache, daß in den meisten Bauplanungs- und Architekturbüros auch Software für Windows zum Einsatz kommt, bietet Linux die Möglichkeit, das Vorhandene uneingeschränkt weiter zu nutzen.
Für unsere professionell genutzte ARCAD CAAD und LXAVA kommt jedoch nur noch Linux zum Einsatz.
Geschrieben 2001



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